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Zustand nach Leber-/ Nierentransplantation und chronische Nierenerkrankungen
Eine zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen lebt heute mit einem transplantierten Organ. Bis vor wenigen Jahren konzentrierten sich die Anstrengungen auf die Verbesserung von Transplantat- und Patienten-überlebensraten auf die unmittelbar postoperative Phase, da der frühe Organverlust durch Abstoßung, infektiöse Probleme, Gefäßprobleme oder Rezidive der Grundkrankheit häufig Hauptproblem war. Auch wenn diese Probleme nicht vollständig und befriedigend gelöst sind, so gelingt es doch heute in weit über 90 % der Patienten diese Phase erfolgreich zu meistern und die neuen Organe in eine Langzeitfunktion zu überführen.
Die meisten Organe gehen derzeit in eine chronische Transplantatdysfunktion über, die nach 5, 10 oder 20 Jahren zum Transplantatverlust führen kann. Lebenslange zuverlässige Einnahme von Immunsuppressiva und anderen Medikamenten ist Voraussetzung für den Organerhalt gerade auch bei normaler Transplantatfunktion. Die Patienten selbst sind gefährdet durch Herz-Kreislauferkrankungen u. a. verursacht durch Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen. Verschiedene Spätfolgen beeinträchtigen Lernen, körperliche und seelische Entwicklung und in Folge Aktivität und Teilhabe auch im Erwachsenenleben.
In der Langzeitbehandlung stehen folgende Ziele im Vordergrund:
Stabilisierung der Transplantatfunktion, insbesondere auch durch
Verbesserung der Compliance
Besserung von Körperfunktion, z. B. Herz- und Kreislauf oder anderer
begleitender organischer Einschränkungen oder Erkrankungen
Verbesserung von Aktivität und Teilhabe (Stellung in der Familie, im sozialen
Umfeld und erfolgreiche Schulkarriere und Berufsvorbereitung, Übernahme
der Verantwortung bis zur Eigenverantwortlichkeit)
Aufheben bzw. Mildern der Folgen einer Anpassungs- und Belastungsreaktion
beim transplantierten Patienten, seinen Geschwistern und Eltern
Verbessern der Lebensqualität des transplantierten Kindes, des
transplantierten Jugendlichen und seiner Familie |