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Das Caritas-Haus Feldberg liegt auf 1.250 Meter im Hochgebirgsklima (1). Das Hochgebirgsklima unterscheidet sich von allen anderen Klimazonen durch folgende Parameter (2)
vermehrte Höhen- und UV-Strahlung
verstärkte Windgeschwindigkeit
niedrige Lufttemperatur
niedriger Luftdruck
verminderter Sauerstoffpartialdruck
verminderte Allergenbelastung (Pollen, Hausstaubmilben)
verminderte Schadstoffbelastung (SO2, NOx, NH4)
Das Klima des Hochschwarzwaldes ist insbesondere für chronische Atemwegs- und Hauterkrankungen vorteilhaft. Luftschadstoffe sind deutlich reduziert, so dass die Gemeinde Feldberg als Luftkurort anerkannt ist.
Auch trägt die exklusive Lage der Klinik mit subalpinem Reizklima, Milben- und Pollenarmut zur Besserung von Beschwerden bei Erkrankungen der Atemwege und der Haut bei.
Charakteristisch für das Hochgebirgsklima sind verkürzte Blühzeiten und die damit verbundene verminderte Pollenfreisetzung, die im Vergleich zum Flachland um das Zehnfache niedriger ist. Die Horakschen Grenzwerte (die experimentell ermittelte Pollenzahl, bei der Beschwerden ausgelöst werden) werden bei frühblühenden Bäumen nahezu nie, bei anderen Pollenarten nur an wenigen Tagen im Jahr überschritten. In einer Studie an asthmakranken Kindern, die eine Gräserpollenallergie hatten, konnte gezeigt werden, dass die Kinder beim Aufenthalt über 1.000 m Seehöhe keine Beschwerden hatten.
Im Hochgebirgsklima werden bedeutend weniger Pollen freigesetzt. Auch für andere Allergene wie Sporen von Schimmelpilzen ist belegt, dass ihre Konzentrationen im Hochgebirge niedriger sind (6).
Im Hochgebirgsklima findet nachweislich durch die Temperaturschwankungen, die verminderte Luftfeuchtigkeit und die verstärkte UV-Strahlung auch keine Besiedlung mit Hausstaubmilben statt (7), so dass ein günstiges Lebensumfeld für die Milbenallergiker vorliegt (8, 9). Als Folge der fehlenden Milbenexposition wurde eine Verbesserung der Lungenfunktionsparameter und eine Senkung der bronchialen Hyperreaktivität beschrieben. Das Absinken spezifischer IgE Spiegel bei Patienten mit Hausstaubmilbenallergie weist auf diese Effekte hin (6). In unserer Klinik am Feldberg messen wir seit Jahren das Vorkommen von Hausstaubmilben und sind nie fündig geworden.
Die Abnahme des Sauerstoffpartialdruckes mit zunehmender Höhe führt zu Adaptionsvorgängen, die in der Trainingstherapie von asthmakranken Kindern und Jugendlichen genutzt werden können. Über sauerstoffempfindliche Rezeptoren werden auf nervalem Wege sowohl die Atmungstätigkeit verstärkt als auch Herz und Kreislauf stimuliert. Das Defizit an Sauerstoff wird durch die verbesserte Aufnahme und Verteilung im Organismus kompensiert (10). Mit zunehmender Höhe wird in den roten Blutkörperchen vermehrt 2,3 Diphosphoglycerat (DPG) gebildet und der an das Hämoglobin gebundene Sauerstoff kann so verstärkt in das Gewebe abgegeben werden (10).
Durch den niedrigeren Luftdruck nimmt auch die Zähigkeit (Viskosität) des Schleims in den Bronchien und der Atemwegswiderstand ab, so dass günstigere biometerologische Rahmenbedingungen vorhanden sind als im Flachland oder gar in Ballungsgebieten mit hoher Schadstoffbelastung. Durch diese Prozesse lassen sich Trainingsintensitäten steigern (11). Bei asthmakranken Kindern können dadurch Trainingsrückstände während der Rehabilitation aufgeholt werden.
Auch bei der Neurodermitis ergeben sich positive Aspekte im Gebirge. Die vermehrte und längere Zeit auftretende UV-Strahlung fördert das Abheilen der Hauteffloreszenzen (12). Nachweislich verbessert der Aufenthalt im Hochgebirge die Neurodermitis atopica (13, 14).
Schadstoffkonzentrationen
Das Hochgebirgsklima zeichnet sich auch dadurch aus, dass Inversions-wetterlagen fehlen, bei denen es besonders in Ballungsgebieten während der Wintermonate zu sehr hohen Schadstoffkonzentrationen („Smog“) kommt, die zu Atembeschwerden bei Kindern führen.
Literaturhinweise
1. Schuh, A.: Schadstoffbelastung der Luft im Hochgebirge. Atemw.-Lungenkrkh. 13: 1-5, 1987.
2. Drexel, H.: Bioklimatologie der Höhe; in Deetjen, P., Humpeler, E., Hrsg.,Medizinische Aspekte der Höhe. Thieme, Stuttgart, 1981
3. Leuschner, R., Böhm, G., Hrsg., Advances in aerobiology, Birkhäuser,Basel, 1988.
4. Lecheler, J.: Langzeitbehandlung von Kindern mit schwerem Asthma bronchiale im Hochgebirgsklima. Atemw.-Lungenkrkh. 13: 13-17, 1987.
5. Lecheler, J., Ehmer-Künkele, H. Schantl: Höhenabhängige Reduzierung desPollenfluges und die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale. Atemw.-Lungenkrkh. 13: 6-7, 1987.
6. Razzouk, H.: Allergisches Asthma im Hochgebirge, Atemw.-Lungenkrkh. 13:8-12, 1987.
7. Pauli, G., Bessot, J.: Der Kampf gegen Milben. Präv. Rehab. 2: 173-176, 1990.
8. Spieksma, F., Zuidema, P., Leupen, M.: High altitude and house dust mites. Br. Med. J. 1: 82, 1971
9. Vervoloet, D., Penaud, A., Razzouk, H., Senft, M. et al.: Altitude and house dust mites. J. Allergy Clin. Immunol. 69: 290-296, 1982.
10. Deetjen, P., Höhenphysiologie, in Deetjen, P., Humpeler, E.,Hrsg., Medizinische Aspekte der Höhe. Thieme, Stuttgart 1981.
11. Hollmann, W., Venrath, H., Herkenrath, G., Barwisch, B.: Untersuchungen zum Leistungsverhalten in mittleren Höhen. Sportarzt und Sportmedizin: 17: 137, 1966.
12. Borelli, S., Düngemann, H.: Fortschritte der Allergologie und Dermatologie. IMP-Verlag, Basel, 1981.
13. Auer, F.: Höhenmedizin. Urban & Schwarzenberg, München, 1973;
14. Kneist, W.: Rehabilitations-Konzept der Neurodermitis constitutionalis atopica im Hochgebirge unter Berücksichtigung der Klimatherapie. Präv. Rehab. 1: 13-17, 1989.
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