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15 Jahre und ein bißchen weise ...



Im Jahr 2010 gab es viele Anlässe zum feiern. Das Müttergenesungs-werk wurde 60 Jahre alt. Die Neueröffnung des Caritas-Haus Feldberg jährte sich bereits auch zum 15. Mal. Das eigentliche Gebäude wurde dieses Jahr bereits 85 Jahre alt. Damals noch als Jugenderholungsheim Feldberg ist das Caritas-Haus Feldberg heute die höchstgelegene Mutter-Kind und Rehabilitationseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Anlässlich dieser 3 Jubiläen veranstaltete das Caritas-Haus Feldberg wieder die Feldberg Fortbildungstage!
Es wurden die MitarbeiterInnen der Beratungs- und Vermittlungsstellen der Wohlfahrtsverbände zu einer Fortbildungsveranstaltung eingeladen. Unter dem Titel „Gute Ratschläge – viele Vorsätze … und dann?“ wurde über die Nachsorge, nach einer Mutter-Kind-Kur referiert und diskutiert. Nachhaltig soll er sei, der Kurerfolg, Ratschläge und Vorsätze auch dem Alltag standhalten. Kein leichtes Unterfangen, angesichts der Belastungen, denen Mütter nach der Entlassung aus der Klinik ausgesetzt sind. Wie sollte das Vorgehen aussehen, um das Markenzeichen des Müttergenesungswerkes, den therapeutischen Dreischritt, erfolgreich zu gestalten? Hierzu referierte unter anderem Susanne Walter, Referentin, Deutscher Caritasverband, Abteilung Soziales und Gesundheit, Referat Familie und Generationen, KAG Müttergenesung.

Eingebettet in die Feldberger Fortbildungstage fand am Folgetag der Festakt zum 15-jährigen Bestehen der Klinik statt.
Mit einem ökumenischen Wortgottesdienst eröffneten Markus Duchardt, Pfarrer und Referent im Diözesan-Caritasverband Freiburg, und Erik Stier, Pfarrer der evangelischen Jakobusgemeinde Hinterzarten, den Festakt in der Kapelle des Hauses. Vani Wankelmuth – Lehrerin an der Grundschule Breitnau – begleitete den Gottesdienst mit Gitarre und Gesang.
Die Fachvorträge zum Festakt begannen mit den Begrüßungen von Geschäftsführer Udo Wankelmuth und Chefarzt Dr. Willhelm Ulrich. Dr. Wilhelm Ulrich, seit der Neugründung 1995 im Caritas-Haus Feldberg tätig, beschrieb den Weg der Klinik in den letzten 15 Jahren. „Als ich 1995 von meinem Einsatz im afrikanischen Busch auf den Feldberg kam, und mich hier mit KTQ, Qualitätsberichte und Leitlinien konfrontiert sah, fühlte ich mich erst mal wie im Dschungel“ so Dr. Ulrich.
Monsignore Bernhard Appel, Diözesan-Caritasdirektor in Freiburg, würdigte bei seinen Grußworten die lange Arbeit im Dienste der Caritas, für Mütter und Kinder. Er stellte ausführlich die Aufgaben der Klinik vor und die unterstrich die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Klinik sowie das Engagement der dort arbeitenden Menschen.
Der Festvortrag mit dem Titel "Warum ein Leben ohne Schicksal nicht möglich ist - eine kritische Sicht auf die Machbarkeitsvorstellungen des modernen Menschen" referierte Prof. Dr. Giovanni Maio M.A. Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Interdisziplinäres Ethik-Zentrum. Einer der wesentlichen Ausführungen seines Vortrags ist die veränderte Wahrnehmung in der modernen Gesellschaft von Schicksal zu Krankheit. Laut Prof. Maio war früher z. B. ein Herzinfarkt ein Schicksal – heute jedoch wird der Herzinfarkt als zu behandelnde und zu heilende Krankheit angesehen. Deutlicher wurde dieses „Dilemma“ an weiteren Beispielen, wie der pränatalen Diagnostik, oder der medikamentösen Behandlung von gesunden Kindern, die nur im Wachstum nicht der Norm entsprechen. In wie weit profitiert die Gesellschaft überhaupt noch von den medizinischen Möglichkeiten, und wo werden uns trotz – oder gerade durch – immer besseren Heilungs- und Diagnose-möglichkeiten Steine in den Weg gelegt? In diesem Zusammenhang unterstrich Prof. Maio die Wichtigkeit einer Einrichtung wie das Caritas-Haus Feldberg, da hier der Austausch zwischen Menschen und die Betreuung von Menschen mit ihrem Schicksal ermöglicht wird.
Edeltraud Kutschbauch, Geschäftsbereichsleiterin Versorgungsmanagement der AOK Südlicher Oberrhein referierte unter dem Titel „Mutter-Kind-Kur als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse“. Frau Kutschbauch erörterte die Anspruchsvoraussetzungen für Mutter-Kind-Kuren und bestätigte die Wichtigkeit dieser Kuren im deutschen Gesundheitssystem. Gleichzeitig erklärte Frau Kutschbauch Punkte der anstehenden Gesundheitsreform, machte hier auf die damit verbundenen Herausforderungen aufmerksam.
Auch der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg, Stefan Wirbser, gratulierte zum Jubiläum. „Mit jährlich ca. 60.000 Übernachtungen ist das Caritas-Haus Feldberg auch in wirtschaftlicher Hinsicht als Steuer- und Gebührenzahler aber vor allem als Arbeitsplatzgeber einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in unserer Gemeinde“, so Herr Wirbser. Er wünschte der Klinik auch für die Zukunft viel Erfolg und weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Feldberg.

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